Andrea Flätgen: Das bildnerische Werk im Wandel der Zeit 

Andrea Flätgen, geboren 1961 im Saarland, arbeitet als bildende Künstlerin in Leimen. Seit 1980 setzt sie sich intensiv mit der bildenden Kunst auseinander, insbesondere der Malerei durch die Teilnahme an verschiedenen Kursen in Akademien, Privatunterricht und Weiterbildungen. Zahlreiche Ausstellungen, Ausstellungs- und Messebeteiligungen im In- und Ausland.

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Über das Ziel ihrer künstlerischen Arbeit formuliert Andrea Flätgen wie folgt: "Meine Intention ist es, die unsichtbare Welt darzustellen, Stimmungen, Situationen und Gefühle. Ich gebe dem, was mein Innerstes bewegt, eine Form. Auf diese Weise nehme ich Kontakt mit dem Außen auf und trete in den Dialog mit dem Betrachter ein, um ihn zu berühren, aufmerksam zu machen und aufzuwecken für seine eigene Gefühlswelt." 

Zu Beginn ihrer Laufbahn als bildende Künstlerin arbeitete Andrea Flätgen viele Jahre lang rein gegenständlich: Mischtechniken oder Acrylbilder auf Leinwand oder Papier. Nach einigen Jahren zeichnete sich sowohl eine Veränderung in ihrem Malstil als auch in der Motivwahl ab. Den Impuls dafür gaben menschliche Figuren, die die Künstlerin schemenhaft als einzelne oder in

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Frau_mit_Hut,_sitzend-front

Gruppen innerhalb ihrer abstrakten Kompositionen wahrzunehmen begann.

Statt weiter mit Pinsel und Spachtel arbeitete sie von nun an vorwiegend mit Schwamm oder direkt mit den Händen auf dem Malgrund und entwickelte eine lasierende Malweise, bei der sie in einem aufwendigen Malprozess in vielen durchscheinenden Farbschichten die Figuren nach und nach sichtbar werden lässt, sowie Räumlichkeit, Plastizität und eine ausdrucksstarke Farbintensität erschafft.

Ganz aktuell steht am Beginn der Arbeitsweise von Andrea Flätgen immer noch die abstrakte Komposition, in der Regel auf der Grundlage einer Oberflächenstruktur: beispielsweise eine Collage aus verschiedenen Papieren und Holzfasern oder mit Strukturpaste angelegt.

Frauen,_träumend

Die Bildideen entstehen dabei aus einem Moment heraus, und der Malprozess vollzieht sich wie in Trance: Linien gewinnen mehr und mehr an Bedeutung und werden entweder mit Pinsel, Pastellkreise oder Aquarellstiften aufgMann_im_Spiegeletragen. Ein zentrales malerisches Werkzeug ist nach wie vor der Schwamm, der zum Herauswaschen und -kratzen des Untergrundes benutzt wird. Die Farbe "Weiss" ist dabei ein wichtiges gestalterisches Mittel. Sie hilft der Künstlerin Energien darzustellen und Köpfe und Körper herauszuarbeiten. 

Auch bei den neuen Arbeiten auf Holzmalkörpern bildet eine Collage aus Holzfasern mit Papier die entsprechende Grundlage. Es vollziehen sich Übermalungen mit Acryl, und Rosteffekte bilden den Abschluss beziehungsweise setzen Akzente.  

Rost übt eine starke Faszination auf Andrea Flätgen aus. Er stellt die Spuren des Lebens dar. Der spannende Moment an der Arbeit mit Rost ist, dass dieses Material "lebt" und sich entsprechend verändert und damit auch das bildnerische Ergebnis beeinflusst.

Die Holzkörperserie zeichnet sich durch eine gewisse "Nacktheit" aus. Nacktkeit symbolisiert für die Künstlerin Natürlichkeit und Offenheit. In der Holzkörper-Serie ist diese Form der Offenheit mit den Elementen Natur, Wasser und Holz verbunden, was der intendierten Natürlichkeit noch einen spezifischen Nachdruck verleiht. Diese Arbeiten stehen für Leichtigkeit, Entspannung, Stabilität und Rückzug. 

Die farbigen großformatigen Gemälde dagegen weisen uns auf Lösungen hin, sie bezeichnen eher Situationen: Der Kopf ist das Zentrum des Verstandes. Je transparenter und abstrakter die Darstellung, umso stärker kommt das Energetische, das Vergeistigte zum Vorschein.

Torso,_stehend
Männerkopf

Nach wie vor möchten alle Arbeiten der Künstlerin uns Betrachter berühren: unabhängig von deren jeweiliger Form und unabhängig vom jeweiligen Gehalt. Das ist auch der Grund dafür, warum Andrea Flätgen für ihre Bilder nur mehr neutrale Titel  wählt, lieber läßt sie den Betrachter sich selbst einen konkreten Titel wählen.