|
Die Wahrheit über die Schönheit und die künstlerischen Ausdrucksformen des Schönen in der Malerei Die Werke von Refki Gallapeni charakterisiert ein expressiver Surrealismus, der aus seiner Suche nach einer die Zeiten überdauernden Ästhetik resultiert. Seinen Sinn für die Schönheit verleiht er in seinen Bildern besonders durch zwei Motive – die Frauen und die Blumen – Ausdruck. In seinen Gemälden ist das eine ohne das andere nicht zu denken. So, als ob Frauen und Blumen selbst im wirklichen Leben von Anfang an zusammen gehört hätten, als wären Frauen und Blumen schon gleichzeitig erschaffen worden. Beide Motive begleiten fortdauernd seine Werke. Die Motive verbindet eine Art Sensualität als Ausgangspunkt, der den Anfang der Liebe darstellt. Diese Liebe ist es, die ihn initiiert, den realen und fiktiven Raum auf der Leinwand lebendig erscheinen zu lassen. Seine Werke lassen sich in drei Zyklen einteilen: |
||||||||||||||||||
|
Die Reise in die mysteriöse Welt |
||||||||||||||||||
|
Die Blumen im Wind |
||||||||||||||||||
|
Die Lyrik im Epos |
||||||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||||
|
Die Dramatik der Schocks durch Geburt, Tod und Wiedergeburt Die Werke von R. Gallapeni zeigen, dass die Schönheit eines Gemäldes nicht nur in der ausgewählten Thematik, sondern definitiv in ihrer Ausführung bzw. Umsetzung durch die Farben liegt. Ernst H. Gombrich sagte einmal, dass das, was über die Schönheit gesagt wird, auch für die Wahrheit gilt. Wenn wir Gallapenis Bilder betrachten, bekommen wir den Eindruck, als wäre das Schöne und das Wahre ein und dasselbe. |
||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||
|
R. Gallapeni realisiert seine Bilder hauptsächlich in Acryl, Aquarell oder in einer Kombination von beidem. In den Gemälden kommen auch bestimmte kosovarische Relikte vor – markante Zeichen des Ortes, zu dem er sich zugehörig fühlt. Sie bringen ein verinnerlichtes Etwas zum Ausdruck, ohne pompös zu wirken. Besonders auffallend ist das Melancholische, das durch den Kontrast von Licht und Schatten hervortritt. Er verwandelt eine zum Alltag gewordene Realität in eine magische, um den Schmerz, der aus der Melancholie resultiert, erträglich Wenn wir das Schöne in der Kunst entdecken, dann finden wir die Schönheit in uns selbst
Seine Bilder haben eine klare Aussage: Durch die Entdeckung der Schönheit in ihnen erblicken wir die verborgenen Juwelen in uns selbst. Indem er durch seine authentische Art die Werte seines Landes signifikant – ja beinahe abbildhaft – darstellt, veranlasst er uns dazu, hinter das Dargestellte zu blicken. Wir sollten uns bemühen, mehr zu sehen, als das, was nur in den Bildern vorkommt – nämlich das, was ihn dazu verlasst hat, sie zu malen. Dieser Ruf seiner Bilder weist auf das Leid seines Landes und den darin lebenden Menschen hin, wobei der Maler selbst verschwindet und nicht auf das Tribut pocht, sie gemalt zu haben. R. Gallapeni fordert dazu auf, die Musik in seinen Bildern zu hören, das Seufzen hinter dem Bilde zu vernehmen, anstatt sie bloß anzustarren. |
||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
||||||||||||||||
|
Vielleicht will er damit sagen, dass wir durch die Kunst nicht nur uns, so wie wir sind, zurückgespiegelt bekommen, sondern uns durch sie in höhere geistige Sphären erheben können – auch wenn das mit einem gewissen Schmerz verbunden ist. Es ist, als würde er sagen: Es ist nur schön, wenn es ein klein wenig wehtut. Kurzum: Die Kunst von R. Gallapeni regt uns nicht nur zum Meditieren, sondern auf eine provokative Art und Weise dazu an, uns auch auf intellektueller und philosophischer Ebene auf die Suche zu begeben. Seine Kunstdevise heißt definitiv: Die Schönheit ist immer präsent, auf allen Ebenen, ob wir sie nun sehen, oder nicht. Wenn wir sie spüren, dann ist es ein Zeichen, dass die Schönheit ohne Unterschied in uns allen schlummert. In uns Menschen, in den Blumen und in den Tieren. Das ist die Kunst von Refki Gallapeni: Ein Tor, das uns mal zum Selbst, mal in die weiten Welten des Kosmos katapultiert. Spaceig, romantisch und dennoch ohne Vorhersehbarkeit schön. |
||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||
|
Ragip Sylaj, December 2010, Prishtina, Kosovo
|
||||||||||||||||||